Im Jahr 1959/60 erfolgte die endgültige "Elektrifizierung" der Spielautomaten bei Wulff. Die bisherigen mechanischen Automaten von Wulff waren sehr beliebt beim Publikum, doch eine Steigerung im Spielsystem für die Zukunft war nicht mehr möglich. Die Rondolux (1955) oder Jo-Jo (1959, Nachauflage des erfolgreichen Elektromat) erreichten nicht die Serienreife. Das erste elektromechanische Erfolgsgerät war der Bingolett von 1959 mit über 13.000 Einheiten. 1960 hatte Wulff mit dem Jupiter ein elektromechanisches Gegenstück zur Rotamint-Serie von NSM auf den Markt gebracht. Der Jupiter war etwas besonderes. Er hatte keine Scheiben (wie bei NSM) sondern symbolisierte Walzen (die Walzen wurden später zum Markensymbol von Wulff). Neu war auch ein Automatenthema, der Jupiter sollte den "Planetencharakter" des Glücksterns Jupiter unterstreichen. Von der technischen Seite hatte Wulff eine neue Plattform geschaffen, die 1972 ihren Höhepunkt hatte mit über 30.000 verkauften Monarch`s.

 

Zur Wulff Jupiter-Serie  gehörten der:

Jupiter, 1960

 

Saturn, 1961

 

Rotomat Ideal, 1961

 

 

Jupiter Scheibe(2)

Im astrologischen Sinne verkörpert der Jupiter Vertrauen und Zuversicht, Gerechtigkeit, Wohlwollen und Großzügigkeit. Er gilt als Glücksstern, der Erfolg und Gelingen verspricht. Die drei Kugeln auf der Frontseite verkörpern den Planetencharakter eingebettet in einem blauen Hintergrund für das All. Für die damalige Zeit ein mutiger Schritt vom Design für einen Spielautomaten. Der Jupiter war das erste elektromechanische 3 Walzengerät von Wulff. Statt Zahlen waren je 10 beleuchtete Farbsymbole auf jeder Walze. Für die erste Kugel gab es eine Nachstartmöglichkeit, die zweite und dritte Kugel konnten gestoppt werden. Der Höchstgewinn war 1,- DM bei 10 Pfennig Einsatz. Der Jupiter hatte eine 10er-Vorlage, d.h. man konnte maximal 10 Groschen hintereinander einwerfen und der Jupiter machte 10 Spiele ohne Unterbrechung. Gewinne wurden immer nach jeden Spiel ausgezahlt. So musste man nicht immer vor dem Gerät stehen bleiben um nach 15-25 Sekunden den nächsten Groschen einzuwerfen. Die Auszahlquote von 60% war ja auch ohne Betätigung garantiert.


Saturn Scheibe

Das zweite Gerät aus der Serie bekam den Namen Saturn. Der Saturn steht in der Astrologie für Durchhaltevermögen, Prüfung, Struktur und Begrenzung.

Ich denke die Namensvergabe sollte an den Jupiter anknüpfen ohne einen astrologischen Hintergrund. Auf der gleichen technischen Plattform wie beim Jupiter haben die Kugeln Zahlen statt Farbfelder wie beim Jupiter und einen geänderten Gewinnplan.


Ideal Scheibe

Der Rotomat Ideal ist eigentlich ein Saturn in neuen zeitgemäßen Gewand mit identischen Gewinnplan. Der Name "Rotomat" (1953 baute Wulff den ersten Rotomat in Form eines einarmigen Banditen) wurde ein Markenname von Wulff. Jeder Spieler wusste jeder Rotomat kam von Wulff.


Muenzpruefer

Erstmals gab es ab dem Jupiter eine 10er Münzvorlage. Der Münzprüfer und der nachfolgende Sortierer ist eine Modifikation aus den Kurblern. Neu ist der Mikroschalter zum Start des Spielablaufes.


 

Eine völlige Neuentwicklung war die Maschine, die zum Standard für weitere Automaten von Wulff wurde.

Bei einen Kontakt des Mikroschalters vom Münzprüfer wird der Motor (1) gestartet. Dieser treibt über ein aufgesetztes Getriebe die Nockenwelle (2) und die Hauptwelle (3) an. Die Walzen (4) rotieren. Der erste Kontakt auf der Nockenwalze sichert die Selbsthaltung während des Spielablaufes. Nach einigen Sekunden wird über den zweiten Kontakt auf der Nockenwalze der rechte Bremsmagnet (5) ausgelöst zum Stoppen der ersten Kugel + Freischaltung zum zeitbegrenzten Nachstarten über Taste 1. Das Stoppen und Starten erfolgt mechanisch über die Kupplungen auf der Hauptwelle (3). Nach dem Stoppen aller drei Walzen erfolgt die Auswertung der Gewinnabtastung (6). Im Gewinnfall erfolgt eine Auszahlung durch den Magneten (7).


 

 

 


Analog zum Jupiter ist die Technik beim Rotomat Ideal. Auf den Walzen (4) wurden lediglich die Kugelhäften entfernt plus Anpassung der Auszahlung mit der Nockenwalze (2). Der Trafo (9) ist nur für Speisung der Beleuchtung zuständig. Das Foulrelais (8) verhindert eine Auszahlung bei einer Stromunterbrechung während des Spielalbaufes.

Neu ist auch der Beleuchtungsschalter. Hier hatte der Aufsteller die Möglichkeit den Automat ohne Licht zu betreiben im Leerlauf. Der Beleuchtungsschalter war entweder in der Blende vor dem Lampentrafo (9) eingebaut oder oben im Gerätegehäuse. Vielfach wurde er vom Aufsteller entfernt.

Bei einen Kontakt des Mikroschalters vom Münzprüfer wird der Motor (1) gestartet. Dieser treibt über ein aufgesetztes Getriebe die Nockenwelle (2) und die Hauptwelle (3) an. Die Walzen (4) rotieren. Der erste Kontakt auf der Nockenwalze (2) sichert die Selbsthaltung während des Spielablaufes. Nach einigen Sekunden wird über den zweiten Kontakt auf der Nockenwalze der rechte Bremsmagnet (5) ausgelöst zum Stoppen der ersten Walze + Freischaltung zum zeitbegrenzten Nachstarten über Taste 1. Das Stoppen und Starten erfolgt mechanisch über die Kupplungen auf der Hauptwelle (3). Nach dem Stoppen aller drei Walzen erfolgt die Auswertung der Gewinnabtastung (6). Im Gewinnfall erfolgt eine Auszahlung durch den Magneten (7).


 

Spielverlauf: Nach Einwurf von 10 Pfg. beginnt das 15 Sek.Spiel durch Auslösung des Mikroschalters am Münzprüfer, gleichzeitig wird die Beleuchtung eingeschaltet. Nach Stillstand der ersten Walze kann diese im beleuchtenden Zustand nachgestartet werden. Für die Walzen zwei und drei ist ein Bemsen möglich bei eingeschalteten Licht. Für die nächsten 9 Spiele ist eine Münzung möglich.

Die nachfolgenden Bilder zeigen den Gewinnplann, die Scheibenbeschriftung und die Berechnung der Auszahlquote nach einerSimulation von Elias Schwerdtfeger.

An meinen Jupiter habe ich 10 Serien mit 100 Spielen gespielt. Die Auszahlquote betrug von 58 bis 84% pro 100er Serie. Im Schnitt der 1000 Spiele ergab sich eine Auszahlquote von 70%.

 

 

Von der Serie gab es noch die Prototypen Rotomat Stern (1960) und den addomat (1965).

Zum Abschluss noch die Bilder von den alten Werbeprospekten: